Worum es geht

Jede Stadt hat ihr Pflaster. Ob Granitplatten, Waschbetonfliesen, Schlackensteine oder Kopfsteinpflaster – jeder Gehweg, jede Straße hat ihren eigenen Charakter. Auf jedem Pflaster geht und fährt es sich anders. In jedem Pflaster steckt viel Geschichte, aber auch viele persönliche Geschichten.

Der Bodenbelag unter unseren Füßen erzählt von den Umbrüchen der Stadt – sowohl als Industrie-, Infrastruktur-, Umwelt- und Politikgeschichte wie auch als persönliche (emotionale) Erfahrungsgeschichte.

Auch Leipzig hat ein spannendes Pflaster: hier Bordsteine aus den Lausitzer Granitsteinbrüchen, dort Waschbeton vor dem Plattenbau, hier das »Revolutionspflaster« auf dem Nikolaihof, dort Mosaikpflaster (zum Steinewerfen?). Einmal präzise verlegtes Klinkermosaik, andernorts Zigarettenkippen auf Asphalt, hier Notenspur-Intarsien, dort Bierkapseln auf der Schluppe zu Aldi, manchmal sauber verlegte Platten, anderswo aufgesprungenes Unwegsam, hier Bomben-Spuren aus dem Zweiten Weltkrieg, dort Löwenzahn.

Dieses Projekt lädt alle Menschen mit Leipzig-Bezug dazu ein, ihre Pflaster-Geschichten zu teilen und damit zu Leipzigs Stadtgeschichte beizutragen – denn wir alle sind Expert*innen für den Boden unter unseren Füßen.


Was wir daraus machen

Aus den gesammelten Geschichten erstellen wir ein digitales Archiv zur Leipziger Pflastergeschichte als Teil von Leipzigs Stadtgeschichte.

Eine Auswahl der zusammengetragenen Geschichten wird als Teil der Wanderausstellung »Transformationen und Umbrüche« des Leibniz-Labs »Umbrüche und Transformationen« vom 14. Juni – 25. Juli 2027 in Leipzig zu sehen sein – in der Wandelhalle des Neuen Rathaus.


Wovon könnten eure Leipziger Pflastergeschichten erzählen?

Pflastererfahrungen: Was verbindest du mit einer bestimmten Stelle am Gehweg oder auf der Straße? Woran erinnert sie dich? Was kannst du dazu erzählen? Welche Gefühle löst sie aus? Was ist deine persönliche Pflastergeschichte? Wo bist du früher Rollschuh gefahren? Welches Pflaster meidet man mit dem Fahrrad besser? Bei welchem Rumpeln schläft das Kind im Kinderwagen besonders gut ein, wo wird es aus dem Schlaf gerissen? An welcher Kante bleibst du immer hängen?

Pflaster-Perspektiven: Bist du Steinsetzer*in, im Straßenbau tätig oder hast beruflich mit Pflaster oder Steinen zu tun? Erzähl’ von deiner Arbeit, deinem Blick aufs Pflaster – was verrät es dir? Worauf achtest du?

Spuren im Stein: Welche Spuren findest du im Pflaster? DDR-Erinnerungen? Werkzeugspuren vom Steinabbau? Gedenksteine? Kriegsspuren? Geologische Einschlüsse? Was sitzt zwischen den Fugen? Welche Dinge stecken zwischen den Steinen? Welche Pflanzen »nisten« im Bordstein? Welche Spuren hinterlassen die Jahreszeiten auf dem Pflaster? Welche (Alltags)Geschichten erzählen sie?


Aktuelles

  • Hier geht’s zum Pflastergeschichte/n-Fragebogen
  • Thematische Pflaster-Spaziergänge starten im Herbst 2026 – Termine folgen
  • Finale Ausstellung: 14. Juni – 25. Juli 2027, Wandelhalle, Neues Rathaus Leipzig

Kontakt

E-Mail: pflastergeschichten@leibniz-gwzo.de

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Finanzierung

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Leibniz-Labs »Umbrüche und Transformationen« und des Österreichischen Forschungsfonds (FWF).