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Meine Pflastergeschichte An einem Tag im Jahr 1991 war… Item Info

Geschichte / Beitrag:
Meine Pflastergeschichte An einem Tag im Jahr 1991 war ich mit dem Fahrrad im Leipziger Stadtzentrum unterwegs. Auf dem Heimweg kam ich am Dietrichring an einem Schlagloch im Asphalt ins Stolpern. Ich stieg vom Rad und staunte über das, was da unter dem Asphalt zum Vorschein kam: Alte Holzpflastersteine. So etwas hatte ich noch nie in „meiner“ Stadt gesehen und legte zwei davon in mein Fahrradkörbchen. Zu Hause fanden sie Platz in meinem Regal zwischen anderen Lieblingsstücken. 1994 zog ich nach Schwedt an der Oder. Dieser Schritt fiel mir sehr schwer. Wie so viele hier im Osten war ich nach der Wende arbeitslos geworden und war nun nach einem ABM-Jahr im Verband Altenkultur wieder arbeitslos. In Sachsen war meine Arbeitssuche erfolglos, aber das Land Brandenburg suchte Musiklehrer für die Gesamtschule. Eine Freundin riet mir: Nimm nur das Nötigste und das Liebste mit, damit du dich nicht so ausgeliefert fühlst und dir den Rückweg offenhältst. Und so wagte ich diesen Schritt ins Unbekannte. Und ich beschloss, die beiden Holzpflastersteine mit nach Schwedt zu nehmen. Sie versinnbildlichten für mich in der Fremde ein Stück Heimat. 1998 kehrte ich nach Leipzig zurück. Und seitdem stehen die beiden Holzpflastersteine in meiner Wohnung als vertraute Begleiter. Brigitta Biegholdt, 16.09.2026
Stadtbezirk / Ort:
Zentrum
Schlagworte:
Pflaster Asphalt DDR Geschichte Mobilität
Straße:
Dittrichring
Eingereicht am:
2026-09-16
Beitragstyp:
Text Foto
Breitengrad:
51.34113
Längengrad:
12.371737
Attribution
Citation:
"Meine Pflastergeschichte An einem Tag im Jahr 1991 war…", Leipziger Pflastergeschichte/n, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), https://pflastergeschichten.leibniz-gwzo.de/items/pflaster_820788361.html